Ferryflight von Polen (EPML) in die Schweiz (LSZB)











Nachdem die Einweisung von mir abgeschlossen, das Gepäck verstaut, letzte Fotos vor dem Abflug geknipst und den Mitarbeitern der Aero merci und auf Wiedersehen gesagt war, setzte ich mich in den HB-SRA und Willy in den HB-SRB und rollten zum Holdingpoint 09. Der Turmbeamte war sehr kooperativ und erlaubte uns ein gleichzeitiges Auflinieren und Starten. War das eine Freude, die Flugzeuge Richtung Homebase in Bewegung zu setzen, parallel zu starten und den Weg nach Westen unter die Flügel zu nehmen. Ruhig drehte der Propeller, der Motor brummelte vertrauenerweckend, die Sicht war grossartig, das Erlebnis, zum ersten Mal mit dem AT-3 auf Strecke zu gehen, einzigartig. Wir genossen den Flug in vollen Zügen und viel zu schnell erreichten wir unseren Bestimmungsort, Pobniedwik Wielki, EPKP, am östlichen Ende Krakaus. Schon vorgängig hatten wir abgeklärt, ob es möglich sei, die Flugzeuge zu hangarieren. Und wie es sich zeigen sollte, war das äusserst ratsam. Den Abend verbrachten wir mit durch die Gassen von Krakau schlendern, mit Schwärmen gegenüber Simon vom tollen Flugfeeling und den ersten Erfahrungen mit unseren VLA's.

Am folgenden Tag wies Willy Simon auf dem Flugzeug ein. Anschliessend wären wir eigentlich gerne abgeflogen. Da aber eine heftige Kaltfront Europa überquerte und uns einen sicheren Flug durch Polen, Slowakien und Österreich verhindert hätte, beschlossen wir, eine weitere Nacht in Krakau zu verbringen und die Flugzeuge im geschützten Hangar übernachten zu lassen. Vorher aber mussten die Flieger betankt werden. Wir durften zwei Kanister benützen und holten in der gleich neben dem Flugplatz gelegenen Tankstelle Benzin. Noch etwas ungeübt betankten wir die Flugzeuge. Zurück in der Stadt erwartete uns Gill, die mittlerweilen auch noch eingetroffen war. Wir verbrachten den Nachmittag mit Sightseeing und dem Überarbeiten der Checkliste.

Sonntag, es regnete in Strömen, die Basis tief, wie sollten wir da wegkommen? Wir wussten jedoch, dass je weiter westlich wir kämen, desto besser würde das Wetter.

Wir beschlossen zu fliegen. Der Start auf dem Gras verlief unproblematisch, unsere Flughöhe ca. 500 ft AGL, die Wolken hingen tief, und die Flugzeuge wurden ein erstes Mal so tüchtig gewaschen. Es machte trotzdem unglaublich Spass. Die Flugzeuge erwiesen sich übrigens als sehr stabil auch in starker Turbulenz, kein Problem, damit umzugehen. Approaching der Slowakischen Grenze hörten die Schauer auf, die Sonne zeigte sich und je weiter wir nach Westen kamen, desto klarer und schöner präsentierten sich Wetter und Landschaft. Wir landeten in Stockerau, LOAU, 25km von Wien entfernt und wurden äusserst freundlich und hilfsbereit empfangen. Nach dem Refueling, Tankstelle mit Mogas auf dem Flugplatz vorhanden, verzurrten wir die Flieger und machten uns auf den Weg, um noch etwas vom sehenswerten Wien zu geniessen.

Montag, Abflug Richtung Kempten. Flugzeit 3 Stunden. Da wir aber auf der ganzen Strecke ca. 25 Knoten Gegenwind hatten und unsere Groundspeed kaum einmal mehr als 80 kts erreichte, beschlossen wir im Flug, in Kirchheim Ried, LOLK, zu landen, nicht aber, bevor wir uns bei Wien Info erkundigt hatten, ob wohl Mogas erhältlich sei. Der Flugplatz Ried ist allein schon eine Reise wert. Eingebettet in der Landschaft, mit einer perfekten Infrastruktur, erwies er sich als Bijou. Frisch gestärkt, d.h. die Flugzeuge wieder voll getankt mit 70l Mogas, starteten wir erneut. Diesmal Richtung Kempten, um dort wieder zu tanken und den Zoll zu machen. Wir genossen den Flug in vollen Zügen, machten einen kurzen Schwenker zum Schloss Neuschwandstein und landeten wohlbehalten auf dem betriebsamen Grasplatz. Nach einer kurzen Pause starteten wir zum letzten Leg unseres Heimfluges. Vorbei an Bregenz, über Wangen-Lachen, den Brünig, ins Berner Oberland. Über Interlaken formierten wir uns, damit wir in Bern mit einem gemeinsamen Lowpass über der Piste anfliegen konnten. Ein liebes Empfangskommitee erwartete uns mit Rosen und half anschliessend auch, die beiden „Truckli“ wieder auf Hochglanz zu putzen.

Wir sind sehr glücklich mit den neuen Flugzeugen und sind überzeugt, richtig gewählt haben. Das Flugzeug entspricht in allen Belangen unseren Vorstellungen, resp. übertrifft sie noch und macht vorallem unglaublich Spass.
ES